9 Schnelle Tipps Für Halbwegs Gutes Design
German (Deutsch) translation by Ferdinand Vogler (you can also view the original English article)
Um etwas wirklich gut zu designen brauchst du nicht nur ein tiefes Verständnis darüber was du designst und für wen, du solltest außerdem deine Werkzeuge und Technologien meisterhaft beherrschen. Doch das ist nicht immer möglich, besonders als Anfänger. Doch keine Angst! Die folgenden Tipps werden deine Designs schnell halbwegs gut aussehen lassen.
Halbwegs gut?!
Wahrscheinlich bist du eine Design Newbie, willst aber Dinge vernünftig aussehen lassen (und vermutlich nicht wie ein Template or Framework, dass jeder benutzt). Vielleicht versuchst du auch die unzähligen Faktoren hinter großartigem Design zu verstehen, aber im Moment hast du Arbeit zu erledigen.
Folge diesen paar Tipps und du solltest auf einem guten Weg zu Etwas sein, dass halbwegs gut aussieht. Du wirst zudem das Wesentliche lernen, anstatt in einem See aus zahllosen Möglichkeiten zu treiben.
Die Tipps
Lass uns loslegen..
#1 Benutze keine effekthascherischen Schriften
Es gibt da draußen tausende Schriftarten. Leider ist der Großteil wirklich schrecklich. Natürlich gibt es auch massenweise ordentliche Schriften, aber der schlechte Anteil überwiegt.


Vermeide es auf jeden Fall Schriftarten zu benutzen, die zu stark aus der Norm fallen. Sei es eine handgeschriebene Schrift oder eine verschnörkelte Schreibschrift oder auch eine Schrift, bei der die Buchstaben die Form von Schweizer Käse haben. Nicht jede Schriftart mit etwas Schnickschnack ist ein No-Go, aber wenn du ein Designanfänger bist, solltest du die Sache nicht verkomplizieren, indem du die Chancen erhöhst, eine schlechte Schriftart zu wählen.
#2 Halte die Wahl der Schriften einfach
Da es wirklich viele grauenhafte Schriftarten gibt, solltest du nicht riskieren, die falsche Schrift zu wählen. Halte dich an ein paar Beispiele und lerne Schriftarten kennen, die für kleinere Schnitte auf dem Bildschirm optimiert sind und welche für größere Schnitte geeignet sind (auch im Druckbereich). Schule dein Blick zudem, welche Stimmungen Schriftarten vermitteln können. Solltest du einen Spickzettel benötigen, solltest du dir “all of the fonts you’ll ever need” anschauen, welches Teil meines Design for Hackers Kurses ist.


#3 Niemals mehr als fünfzehn Wörter in einer Zeile
Die große Bildschirmbreite im Web hat dazu geführt, dass viele Leute ihre Textblöcke viel zu weit setzen. Sorge dafür, dass deine Textblöcke nie kürzer als acht und nie länger als zwölf bis fünfzehn Wörter sind.


#4 Wähle genau eine Schriftart
Ja, ich sage das wirklich. Natürlich kannst du ein großartiges Design bereichern mit der Wahl von mehr als einer Schriftart; wenn du allerdings gerade erst anfängst mit Design, solltest du dich nicht zusätzlich ablenken lassen. Du wirst viel mehr über ein gutes Design lernen, wenn du dich konsequent dazu entscheidest, für deine Projekte ausschließlich eine Schriftart zu verwenden. Stattdessen solltest du deine Gedanken auf Größenverhältnisse, Textausrichtung und Weißraum richten (mehr dazu in Tipp #9).


#5 Benutze einen abwechslungsreiche Größenunterteilung
Mit digitaler Typographie genießen wir einen bedauernswerten Luxuszustand, der uns erlaubt Schrift in der Größe zu setzen, wie es uns passt. Ich sage bewusst "bedauernswert", weil es für die meisten Leute einen Nachteil darstellt. Tu dir selber einen Gefallen und verwende nur folgende Pixelgrößen: 5, 7, 9, 12, 16, 21, 28, 37, 50, 67, 83. Diese Größen entstammen dem 3:4 Maßstab, über deren Zustandekommen du in dem Artikel How to Establish a Modular Typographic Scale mehr erfahren kannst.


Sollte einer dieser Größen nicht den gewünschten Effekt bringen, dann kannst du auf weitere Stilmittel zurückgreifen: Fett- oder Kursivschrift, Kapitälchen (für kleine Titel und Meta-Informationen) oder eine andere Farbe. Halte dich an diese Größen und mach dir über andere Sachen Gedanken.
#6 Verwende niemals Blocksatz
Blocksatz richtet die Wörter einer Zeile nach links und rechts außen aus und sorgt hiermit für eine Streckung des Textes auf die verfügbare Breite. Gutaussehender Blocksatz kann im Druck erreicht werden mit qualitativer Desktop-Publishing Software, aber auch nur wenn man sich mit Typographie wirklich auskennt. Im Internet ist es unmöglich das umzusetzen. Textblöcke brauchen eine regelmäßige Struktur, bei der Blocksatz nur unansehliche Textlücken produzieren würde, die den Lesefluss stören. Opfere nie deinen Inhalt für die optische Genugtuung einer klaren Kante an deinen Textblöcken.


#7 Reduziere Ornamente, Texturen und Effekte auf ein Minimum
Fordere dich selber heraus, Ornamente so weit es geht zu vermeiden (das gleiche gilt für Linien, Textblöcke, Verläufe und Texturen). Vereinfache und beschäftige dich mit den restlichen Details (wie in Tipp #9 erwähnt). Anschließend kannst du vielleicht ein paar notwendige Elemente verwenden.


#8 Entscheide dich für eine Farbe
Schau dir die Marken an, mit denen du am meisten zu tun hast. Vielleicht ist es Google, Yelp, Duolingo oder Twitter. Jeder der Unternehmen hat eine eigene Farbe und diese Farbe dominiert deren Produkte. Wähle eine Farbe die angebracht ist für dein Design und baue von da aus auf Schattierungen und Tönungen dieser Farbe auf - oder bleibe bei Grauschattierungen. Wie bereits erwähnt, vereinfache und habe Tipp #9 im Hinterkopf.


#9 Konzentriere dich auf das Unsichtbare statt dem Sichtbaren
Alles was du gelesen hast, soll dir helfen, deine Entscheidungen zu vereinfachen, so dass du dich auf die "unsichtbaren" Dinge in deinem Design konzentrieren kannst. Wir alle sind wahrnehmungsfaul und lassen uns leicht von leuchtenden Dingen wie Schrift und Farbe ablenken, dabei kommt es in Design auf geordnete Zusammenhänge an: die Größe von Elementen, ihre Ausrichtung und wie Sie zueinander stehen sowie der Anteil des Weißraums zwischen ihnen. Die Palette dieser Eigenschaften sind unsichtbar für uns in ihrer Wirkung.


Diese unsichtbaren Beeinflussungen sind so bedeutend, dass ich einen kompletten Kurs über diese entwickelt habe, verfügbar über deinen E-Mail Posteingang.
Fazit
Design ist eine schier unendlich komplexe Disziplin und sämtliche dieser Regeln können von einem sehr geübten Designer gebrochen werden. Du wirst vielleicht selbst probieren, diese Regeln zu brechen sobald du dich wohlfühlst innerhalb dieses Gestaltungskosmos. Bis es soweit ist, befolge diese Regeln und du wirst auf dem besten Weg zu einem nicht nur halbwegs guten, sondern zu einem vollwertigen Designer sein.



